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Krauthausen in Thüringen

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Aus der Vereinsgeschichte des Heimatvereines Krauthausen e.V.

Krauthausen, den 03. 02. 2022

Es wurde wieder Kirmes gefeiert

Historisches Brauchtum sollte wieder belebt werden. Auf Vorschlag des Bürgermeisters sollte eine Kirmesgesellschaft gebildet werden. Da zu dieser Zeit keine Jugendlichen Erfahrungen mit traditionellen Kirmesfeiern hatten, wurden jung verheiratete Paare angesprochen und davon überzeugt, im Interesse der Wiederbelebung einer alten Tradition eine Kirmesgesellschaft zu bilden.
Das führte dazu, dass im Oktober 1995 seit langer Zeit (15 Jahre) wieder eine traditionelle Kirmes in Krauthausen stattfand.
Der neu gegründete Heimatverein übernahm die gesamte Planung, Organisation, Betreuung und die finanzielle Abrechnung des Kirmesgeschehens sowie den Ausschank und die Saalkontrolle.
Die Kirmesgesellschaft war für die Abläufe des Kirmesgeschehens, wie das Umspielen und die Umzüge, den Einmarsch der Veranstaltungen unter der Dorflinde u.a.m. verantwortlich.
Die ersten Paare, die die Kirmes 1995 in Krauthausen als Tradition wieder belebten waren:
1.    Platzmeister – Jürgen Rindt mit Gabriele
2.    Platzmeister – Steffen Witzmann mit Christina
3.    Platzmeister – Ralf Galus mit Elke
Fahnenträger – Michael Hering mit Gabriela
Die weitere Kirmesgesellschaft bildete
Ralf Stephani mit Angela
Uwe Stübe mit Tanja
Klaus Kowalke mit Karola
Hardy Nowatzky mit Reni


Die Kirmes 1995 unter der Regie des neu gegründeten Heimatvereins mit jungverheirateten Ehepaaren war ein voller Erfolg und fand im Dorf viel Anerkennung.
Das war Grund genug 1996 wieder Kirmes zu feiern.
Zu den Paaren aus 1995 kamen junge unverheiratete Paare hinzu, sodass eine gemischte Kirmesgesellschaft entstand.
1.    Platzmeister – Steffen Witzmann
2.    Platzmeister - Ralf Galus
3.    Platzmeister – Dirk Nowatzky
        Fahnenträger – Ralf Stephani


In den Folgejahren übernahmen zunehmend die Jugendlichen die Aufgaben der Kirmesgesellschaft. Nach wie vor war der Heimatverein der Träger der Kirmesveranstaltungen und verantwortlich für die Organisation und der finanziellen Absicherung. Viele Mitglieder des Heimatvereins und die Angehörigen der jungen Kirmesgesellschaften betätigten sich als Helfer während der Kirmes, sei es als Küchenhilfe, an der Theke beim Ausschank, bei der Bedienung im Saal, als Kassierer oder auch beim Aufräumen und Säubern. Im Durchschnitt waren 20 bis 30 Helfer während einer Kirmes aktiv. Die Gründung des Kirmesvereins war dann 1997.
Die Anzahl der Mitglieder der 18 Kirmesgesellschaften nach der Wende waren unterschiedlich.
Im Durchschnitt waren es acht bis zehn Paare, 1999 waren es sogar dreizehn Paare, 2011 nur noch sechs Paare.
Später bildete sich ein selbständiger Kirmesverein unter dem Vorsitz von Chris Stepani.
Die ledige Jugend übernahm die Organisation und die Durchführung der Kirmesveranstaltung bis 2012 selbst. Der Heimatverein hatte eine unterstützende Funktion und beteiligte sich als Helfer bei der Durchführung der Veranstaltungen.
2012 löste sich der Kirmesverein bedauerlicher Weise auf. Das Interesse am Kirmesfeiern blieb bestehen.
Im Zeitraum von 1995 bis 2012 gab es ein reges Interesse der Jugend an der Durchführung einer alljährigen Kirmesveranstaltung. Es war eine Selbstverständlichkeit vieler Jugendlicher im Ort mindestens einmal bei einer Kirmes mitgemacht zu haben.
Besonders aktiv und engagiert für die Erhaltung und Durchführung traditioneller Kirmesveranstaltungen in Krauthausen waren die Gemeindeverwaltung, der Heimatverein und schließlich der Kirmesverein.
So war Gerry Bröckel sieben Mal Platzmeister, Jakob Bröde und Nico Witzmann waren fünf Mal Platzmeister, Chris Stephani, Andre Blättermann, Enrico Dietzel, David Stephani waren vier Mal Platzmeister, drei Mal Michael Galus.
Außerdem waren Platzmeister Walter Bröde (zwei Mal), Daniel Schwierley (zwei Mal), Mathias Schwierley (zwei Mal) und Tino Schill, Michael Große, Alexander Große, Christopher Wilde je einmal.
Zu jedem Platzmeister gehörte natürlich eine Kirmesbraut. So waren Dana Obenauf und Kathleen Nowatzky mit zehn Kirmesteilnahmen Spitzenreiter.
Katharina Stranz, Martina Sandig, Katrin Jahn, Catherine Stephani, Caroline Stephani, Cindy Wöllner, Nicole Göbel, Sabrina und Carolina Rindt, Gloria Kehr, Jessica Nowatzky, Luisa Ebenau, Janett und Beatrixe Witzmann sorgten unter anderem dafür, dass die jeweilige Kirmes ein besonderer und festlicher Höhepunkt war.
Die Fahnenträger mit ihren Bräuten waren zu dieser Zeit Marcel Evertz (6 Mal), Jakob Bröde und Stefan Galus je zwei Mal, Michael Hering, Ralf Stephani, Stefan Heide, Christian Mayer und Marcus Wöllner je einmal.
Weitere Jugendliche waren in den jeweiligen Kirmesgesellschaften aktiv.
Manche nahmen einmal, andere auch mehrfach an einer Kirmes teil. Die Liste der Teilnehmer in den 18 Jahren ist lang.
Die Kirmesveranstaltungen waren stets ein Höhepunkt im dörflichen Leben in Krauthausen.
In der Regel wurde drei Tage gefeiert.
Mehrere Kapellen kamen zum Einsatz, da am Tag und abends die Musik im Einsatz war.
Die „Kielforst Eulen,“ die „Thüringer Landmusikanten,“ die „Stregdaer Musikanten,“ die „Wildecker Musikanten u.a.m. haben mehrere Kirmse in Krauthausen bespielt.

Das DGH hat viele zünftige Kirmesveranstaltungen erlebt. Alle Räumlichkeiten wurden einbezogen, bis hin zum Vorraum zur Kegelbahn.
Bei der ersten Kirmes 1995 waren mehr als 400 Gäste am Samstagabend im DGH.
Auch aus den umliegenden Orten waren Jugendliche gekommen.
Zu Beginn der Veranstaltungen im DGH gab es einen zünftigen Einmarsch der Kirmesgesellschaft. Voran die Blasmusikkapelle und der Fahnenträger mit der geschmückten Kirmesfahne. Dann die Platzmeister und die Kirmesburschen mit ihren Kirmesmädchen. Alle hatten sich schön gemacht. Die Kirmesmädchen mit schicken, meist langen Kleidern und Blumen im Haar. Die Kirmesburschen im Anzug mit Schlips und Hut.
Die Hüte waren mit einem bunten Kirmesstrauß geschmückt. Der erste Tanz gehörte der Kirmesgesellschaft. Oftmals hatte die Kirmesgesellschaft ein kleines Programm als Zwischeneinlage einstudiert. Es gab auch Kirmesgesellschaften, die einen Kirmesschlager auserkoren hatten, wie z.B. „ Hallelujah,“  „Tür an Tür mit Alice“oder „Eine Reise in den Süden.“
Es ist auch wiederholt vorgekommen, dass die Stimmung so hoch war, dass geschunkelt und auf Tischen und Stühlen getanzt wurde.


An jedem Kirmestag gab es Umzüge mit der Kapelle ums Dorf. An einem Tag wurde nachmittags „auf dem Dorfanger“ gefeiert und getanzt. Dabei mussten besonders die Fahnenträger darauf achten, dass die Kirmesfahne nicht gestohlen wurde. Das war nämlich Brauch.


Die neue und jetzige Kirmesfahne wurde 1995 von Waltraud Nowatzky nach dem Muster der früheren Kirmesfahne aus der Zeit vor dem II. Weltkrieg und der DDR-Zeit genäht und gestaltet. Im Inneren der Fahne befinden sich weiße Baumwolltücher.
Am Vorabend der Kirmesfeiern wurde von der Kirmesgesellschaft das „Fahnenschmücken“ durchgeführt. Die Fahne wurde mit bunten Bändern und Herbstblumen für die Umzüge ums Dorf und für den Einmarsch zu Beginn von Veranstaltungen ins DGH geschmückt.

 Beim „Fahnenschmücken“ wurde vorher die Fahne geöffnet und auf den Baumwolltüchern haben sich bei jeder Kirmes die Kirmesgesellschaft und die Helfer namentlich verewigt.

An einem Tag der Kirmes erfolgte das Umspielen ums Dorf. Es wurde von Haus zu Haus gezogen und jede Familie erhielt ein Ständchen.

Auch die Kirmesmädchen wurden von den Burschen mit Kapelle zu Hause aufgesucht und die „Mädchenständchen“ wurden gespielt. Natürlich gab es dabei auch einen Umtrunk.
„Kinderkirmes“ gab es Sonntagnachmittag. Die Kirmesgesellschaft hat mit den Kindern im DGH gefeiert. Viele Kinder mit Eltern und Großeltern füllten den Saal. Manche Jungen hatten sogar bunt geschmückte Hüte auf wie die Kirmesburschen. Echte Kirmesmusik, Polonaise durch den Saal und schunkeln mit der Kirmesgesellschaft sorgten für echte Stimmung und war für Groß und Klein ein besonderes Erlebnis.
Es war auch Brauch, dass Kirmesgäste mit einem musikalischem „Hoch“ vom Platzmeister begrüßt wurden.
Dabei gab es in der Regel auch etwas für die Kirmeskasse.
Sonntagsfrüh war Kirmesandacht in der Kirche. Die Kirmesgesellschaft zog mit Kapelle ein.
Aus der Tradition heraus wurden die Kirmesfeiern in Krauthausen in der Woche durchgeführt, in der der 18. Oktober fällt.
Zu dieser Zeit war auf dem Dorf die Ernte eingebracht und in den folgenden Wochen waren die Kirmesveranstaltungen in den Nachbarorten Pferdsdorf/Spichra, Madelungen und Ütteroda.
Am Montagabend, nach den offiziellen Kirmesveranstaltungen trafen sich die Kirmesgesellschaft und die Helfer im DGH zur Nachfeier und zur Beerdigung der Kirmes unter dem Sandsteinsockel der Dorflinde. In den letzten Jahren erfolgte die Beerdigung der Kirmes am Sonntagabend nach der Kinderkirmes im DGH.

In einer Urne wurden die Dokumente der Kirmes, Auflistung der Teilnehmer, eine Kopie der Trauerrede über Begebenheiten und lustigen Ereignissen sowie die „letzten Pfennige“ vergraben, die dann im Folgejahr wieder „ausgegraben“ werden.
Die lustigen und humorvollen Trauerreden wurden im ernsten Ton und in entsprechender Würde ab 1995 bis 2012 von Werner Nowatzky, Gabi Rindt und Christina Witzmann verfasst und zur Trauerfeier unter der Linde gehalten. Danach wurde symbolisch eine Strohpuppe verbrannt.
Nachdem die Kirmeslinde auf unserem Dorfanger wegen eines Krankheitsbefalls von der Gemeinde am 26.01.2022 gefällt wurde, sollte sich der Heimatverein und interessierte Bürger bei der Erhaltung und Neugestaltung des historischen Dorfangers beteiligen.
Vielleicht gibt es auch wieder eine Jugend, die traditionell Kirmes feiern will.

Die letzte traditionelle Kirmesfeier fand 2012 statt. Danach löste sich der Kirmesverein auf. Es gab noch einmal einen „Tanz unter der Kirmesfahne“ als Ersatz für die eigentliche Kirmes (2013), der vom Heimatverein und mit einem Rest von standhaften sieben Mitgliedern der Kirmesgesellschaft organisiert wurde.
Die Jugendlichen Philipp Hering, Jakob Bröde, Kathleen Nowatzky und Jessica Nowatzky, Marcel Evertz, Katharina Stranz und Chris Rischbieter waren an der Weiterführung der Kirmes interessiert und engagierten sich aktiv beim Tanz unter der Kirmesfahne.
„Ullis- Musikexpress“ sorgte für die notwendige Stimmung und weckte sehnsuchtsvolle Erinnerungen an zünftiges Kirmesgeschehen.
Eine weitere Kirmes kam nicht zustande.

Die „neue Kirmesfahne“ befindet sich jetzt mit der Fahne der Freiwilligen Feuerwehr an der Thekenseite im DGH. Die alte, zerschlissene Fahne aus der Vorzeit befindet sich im Bereich der Heimatstube im Dorfzentrum als historisches Erinnerungsstück.


Auch in den Orten Pferdsdorf/Spichra und Ütteroda hatten sich in den neunziger Jahren Kirmesgesellschaften gebildet. Auch dort gab es zünftige Kirmesfeiern.
Die Kirmesgesellschaften in den Orten haben sich gegenseitig besucht und gemeinsam gefeiert.
Obwohl in unseren Ortschaften geeignete Dorfgemeinschaftshäuser zur Verfügung stehen, ist offensichtlich bei der jetzigen Jugend kein Interesse für gemeinsame, zünftige Kirmesfeiern vorhanden.
„Der Freizeitverein“ hat bis zur Corona- Pandemie Herbsttanzveranstaltungen im DGH durchgeführt und der „Feuerwehrverein“ hat Sommertanzveranstaltungen organisiert.
Der Heimatverein hat trotz Corona unter Einhaltung strenger Hygienebestimmungen und Auflagen im August der letzten Jahre auf dem Freizeitplatz vor der Strut „Sommerfeste“ organisiert und mit viel Zuspruch erhalten.
Ein Ersatz für eine Kirmesveranstaltung in traditioneller Form ist das nicht. Vielleicht ändert sich das nach der Corona - Pandemie.


Fortsetzung zur Vereinsgeschichte folgt…

 

 

Bild zur Meldung: Aus der Vereinsgeschichte des Heimatvereines Krauthausen e.V.

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Heimatverein Krauthausen e.V. (03. 02. 2022)