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Krauthausen in Thüringen

Frank Moenke
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99819 Krauthausen

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Der Bürgermeister informiert

Krauthausen, den 01. 02. 2022

In letzter Minute!

Einmal im Jahr, meist in den Monaten November bis Februar, ist die Zeit wo in unseren Ortschaften größere Maßnahmen im Grünbereich durch den Bauhof und schwierige Fälle auch durch Fachfirmen durchgeführt werden können.

So auch wieder in den letzten Tagen.

Als ein ganz besonderer Problemfall stellte sich die Linde am Krauthäuser Anger heraus.

Dieser Baum wurde vor nicht allzu langer Zeit, einem Kronen,- und Totholzfreischnitt unterzogen.  Hierbei ist von der damals ausführenden Fachfirma, Michael Appel -Blattgrünbaumpflege, ein fortgeschrittener Pilzbefall festgestellt und auch der Hinweis gegeben worden, dass ein völliges Absterben unaufhaltsam  und die daraufhin notwendige Fällung unumgänglich ist.

Optisch war das Problem für einen Laien nicht so einfach erkennbar, stand doch der Baum noch im letzten Sommer in voller Blüte und Laub. Aber bei der letzten vorsorglichen Baumschau im vergangenen Herbst wurde nochmals eindringlichst darauf hingewiesen, dass dieser Baum eine unkalkulierbare  Gefahr darstellt.

Der Bauhof hat daraufhin am Mittwoch vergangener Woche diesen Baum vorsorglich gefällt.

Wie nicht anders zu erwarten war hat das bei einigen Bürgerinnen und Bürgern zu einem Aufschrei geführt und ehrlich gesagt hatte ich beim runterschneiden auch  Zweifel an der Richtigkeit dieser  Maßnahme, da sich am Holz in den Schnittstellen der Äste und des Stammes kaum Schädigungen erkennbar waren.

Aber wie sich dann doch zeigte, war genau beim letzten Schnitt kurz über dem Boden unverkennbar, dass der Pilz seine zerstörerische Arbeit in einem erschreckenden Ausmaß fortgesetzt hatte und es hier nicht fünf vor Zwölf sondern eigentlich schon fünf nach Zwölf war.

Ich denke, nur durch eine gehörigen Portion Glück und dem windgeschützten Standort ist es zu verdanken, dass dieser Baum nicht schon umstürzt war.

Nicht auszudenken welche Tragödie sich abgespielt hätte, wenn sich gerade die Jüngsten unserer Gemeinde auf den Schulbus wartend, dort aufgehalten hätten wo dieser  Baum mit über 15 Metern Höhe problemlos hätte hin krachen  können.

Wieder einmal mehr hat sich gezeigt, dass nicht jedes  Problem von jedem erkannt werden kann und umso wichtiger ist es mit Fachleuten zu sprechen, sich beraten zu lassen und dann auch auf deren Hinweise und Ratschläge  hin zu handeln.

Es tut mir persönlich auch Leid wenn ein optisch noch schöner Baum und dann auch noch an so einer ortsmarkanten  Stelle entfernt werden muss. Die Gemeinde trägt jedoch für diesen Platz und demzufolge auch für den Baum die volle Verantwortung  und hat somit wohl oder übel  festzulegen, was getan werden soll und muss. Ob damit nun jeder einverstanden ist kann und  darf dabei nicht im Vordergrund stehen.

Schlussendlich hat jemand den Auftrag zu erteilen und das fällt nun mal in den Aufgaben,- und Pflichtbereich des Bürgermeisters, also wird es durch mich entschieden werden müssen.

Aufgrund des jetzt klar und deutlich erkennbaren Schadenbildes und der damit einhergegangenen Gefahr, ist es töricht wenn weiterhin behauptet wird, dass dieser Baum unnütz und aus reiner Willkür weggeschnitten wurde. Sollte dennoch bei dem einen oder anderen diese Meinung Bestand haben wirft sich mir hier der Gedanke auf, dass es leider nicht mehr um die Sache, sondern eher um Kritik an meinen Entscheidungen und meiner Person geht.  

Ich möchte an dieser Stelle, gerade in Bezug auf den Grünschnitt, auch einmal auf ein aktuelles Problem zu sprechen kommen.

Die Gemeinde muss sich nun schon zwei Jahren einer Schadensersatzklage erwehren.

Hier steht die Aussage eines PKW Halters, ein noch grüner Ast am Parkplatz an der Madel  in Krauthausen, sei  auf sein geparktes Fahrzeug  gefallen und hätte am Fahrzeug Schäden hinterlassen. Der Gemeinde wird vorgeworfen, sie hätte ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt und somit den Schaden zu verantworten.

Nun mal ehrlich, es ist nicht möglich jeden Ast und jede mögliche Gefahr im Vorfeld zu erkennen und zu beseitigen. Gerade bei noch grünen Pflanzenteilen kann man nie genau sagen wann, was, wo und überhaupt herunterfallen könnte.

Ich will damit nur zeigen wie eng doch der Grat zwischen wegschneiden oder noch dranlassen ist.

In diesem Fall wäre es nur ein Sachschaden der zu regulieren ist.

Klar ist jedenfalls, dass niemand im Schadensfall auf Forderungen zum Schadensersatz  durch die Gemeinde verzichten  würde, wenn sie, auch noch nachweislich, ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen ist.

Zu guter Letzt wird man mich persönlich zur Verantwortung ziehen, erst recht wenn mir nachgewiesen wird, dass ich auf die Gefahr hingewiesen wurde ich jedoch nicht reagiert habe.

Im schlimmsten Fall wird bei einem Personenschaden sofort der Staatsanwalt tätig.

Ich möchte noch einmal  klarstellen, dass die Gemeinde jedes Jahr nicht unerhebliche finanzielle Mittel aufwendet um sich notwendigen Sachverstand einzukaufen und letztendlich auch, mit teils sehr teurer Miettechnik, vor Ort der Problematik stellt und versucht den Gefahren entgegen zu wirken.

Zur Historie des Baumes sei noch gesagt, er wurde vor über dreißig Jahren von den damaligen Kammeraden der Freiwilligen Feuerwehr gepflanzt. Er war als Ersatz für den  eingegangenen großen Baum aus der Dreiergruppe neben der  Kirche gedacht  und im Rahmen der Dorferneuerung Anfang der neunziger Jahre mit einer Steinumfassung versehen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser Platz wieder in dieser Art neu gestaltet wird. Es muss  auf alle Fälle, die auch vom Pilz befallene Wurzel nebst Erdreich entfernt werden.

Mit dieser Problematik wird sich in kürze der Gemeinderat befassen und auch die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen müssen.

 

Ich hoffe, dass ich mit diesen Zeilen, für die Klärung der einen oder anderen Unstimmigkeit beitragen konnte und würde mir wünschen, dass diejenigen die offene Fragen haben sich direkt an mich wenden und nicht immer über Dritte ihren Verdruss kundtun. Hierin verbirgt sich immer die Gefahr, dass die Problematik nicht so bei mir ankommt wie sie vielleicht gemeint war.

 

Ich bedanke mich recht herzlich bei Herrn Michael Appel, Inhaber der Fa. Blattgrünbaumpflege,  geprüfter Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, für die sachkundige Beratung.

 

Herzlichst

F. Moenke

 

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