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Krauthausen in Thüringen

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Ein Storchenpaar ist da ! Ein Bericht von Werner Nowatzky.

Krauthausen, den 28. 04. 2021

In der Ausgabe des Werratalboten Nr. 15 berichtete der Bürgermeister Frank Moenke aus dem Ortsgeschehen, dass ein Storchenpärchen nun endlich den Storchenturm am Teich im Riet bezogen hat und hoffentlich bei uns ansässig wird.

Zu der Geschichte zum Storchenturm gibt es einiges zu berichten.

Im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens und die Maßnahmen des Hochwasserschutzes für unsere Gemeinde war bereits 2006 vorgesehen, ein Hochwasserrückhaltebecken vor der Ortslage Krauthausen zu errichten.

Geologische Untersuchungen ergaben, dass der Untergrund der Fläche für ein Rückhaltebecken nicht geeignet ist und das Becken anderenorts, am Schwichen, errichtet wurde.

Es wurde entschieden, dass unmittelbar am Feuchtbiotop am Riet ein Stillgewässer (Teich) mit Begrünungsanlagen mit hohem Erholungswert angelegt wird.

Im Sommer 2009 wurde der erste Spatenstich für die Teichanlage vorgenommen.

Im Laufe der Jahre hat sich das Feuchtbiotop am Riet mit dem Schilf-, Pflanzen- und Strauchbewuchs stabilisiert und bietet eine hervorragende Heimstadt für Kleintiere, Fische und Vögel.

Neben Wildenten hat sich u.a. auch der Eisvogel angesiedelt. Reiher und Störche holen sich im Biotop Nahrung.

Das hat uns auf die Idee gebracht, eine Nistmöglichkeit für Weißstörche einzurichten.

Nach Einsichtnahme in Fachliteratur und Veröffentlichungen im Internet, wurde die Idee bestärkt, ein Storchennest zu entwerfen.

Nach Rücksprache und Abstimmungen mit Fachleuten, wurde das Für- und Wider für das Annehmen einer Nestanlage in der Nähe des Biotops am Riet durch ein Weißstorchenpärchen beraten. Bedenken gab es vom Leiter des Umweltamtes vom Landratsamt Wartburgkreis, Heim Schmidt, Vorsitzender des Fachausschusses Weißstörche in Thüringen, bezüglich der ausreichenden Nahrung. Zuviel Grünlandflächen sind zu Ackerflächen umgewandelt worden.

Ein Versuch zur Ansiedlung von Weißstörchen könnte trotzdem erfolgreich sein.

Herr Hartung, Mitarbeiter im Thüringer Forstamt Creuzburg, aus Gerstungen, ist mit dem Storchenleben in Gerstungen vertraut.

Er hat ähnliche Bedenken, räumt aber ein, dass ein Storch kilometerweit auf Nahrungssuche fliegt. Somit könnten die Werraauen in der Region mit zum Einzugsgebiet gehören. In unserer Region würden dem Storch neben dem Biotop Riet, die Uferbereiche der Madel und die angrenzenden Wiesen, das Biotop in der Gemarkung Madelungen in Richtung Schwichens, das Gebiet am Etzenbach und die Grünflächen um Madelungen für die Nahrungssuche zur Verfügung stehen.

Da Anfang März die Weißstörche aus ihren Winterquartieren zurückkehren und die Männchen sich Nistplätze für die später kommenden Weibchen suchen und gegebenenfalls gegen andere Nestsucher verteidigen war Eile für den Bau einer Nestanlage geboten.

Ein alter Straßenbeleuchtungsmast soll zur Aufnahme der Nestanlage dienen.

Von Bildern aus dem Internet und Hinweisen von Fachberatern wurde eine Nestkonstruktion abgeleitet.

Da die Spannweite der Flügel eines Weißstorches ca. 2m betragen kann, sollte das Nest einen Durchmesser von ca. 1,30m haben.

In unserer Garage stand noch eine Rolle 10mm starkes, verzinktes Eisendraht.

Schnell wurden daraus Reifen mit entsprechendem Durchmesser geformt. In seiner Werkstatt hat Steffen Witzmann die Reifen zu einem großen Korb zusammengeschweißt.

Der ehemalige Schmied, Alfred Hartung, hat ein gut erhaltenes Wagenrad bereitgestellt. In der alten Schmiede haben wir den ganzen Zusammenbau vorgenommen

Den Betonmasten hat er mit einem Eisenrohr verlängert, so dass die gesamte Höhe von ca.8,50 m bis 9,00 m erreicht wurde. Das Grundgestell wurde nach Hinweisen von Fachberatern mit Weidenzweigen und Ästen von den damals in der Gemeinde beschäftigten Erika Rindt und Mandy Dietzel ausgestaltet.

Den letzten Schliff gaben am Mittwoch, den 03.03.2009 die Kindergartenkinder vom Zwergenschlößchen.

Mit Stroh und Moos legten sie in der Garage des gemeindlichen Bauhofes den Boden des Storchennestes aus. Danach durften sie selbst einmal im großen Storchennest sitzen. Das war ein Spaß besonderer Art.

Um eine vorangegangene Benutzung des Storchennestes vorzutäuschen, wurde das nun fertige Nest mit weißem Spachtelkalk bekleckert. Die Mitarbeiter des Bauhofes, Ralf Galus, Jürgen Beck und Stephan Baumbach haben das Fundament auf der gemeindlichen Grundstücksparzelle ausgeschachtet und den Sockel für einen festen Standort angelegt.

Am Freitag, den 5. März 2009 war es soweit.

Viele Helfer waren beim Aufrichten und Setzen dabei, so z.B. alle Gemeindeangestellten, die Firma Hans-Jörg Kirchner, die mit entsprechender Technik den schweren Mast aufrichtete.

Auch die Kinder vom Kindergarten „Zwergenschlößchen“ beobachteten das interessante Ereignis. Viele Zuschauer sahen beim Setzen des Storchenturmes zu.

Der Storchenturm war gesetzt, das Nest gebaut, die Störche konnten kommen.

Es kam aber kein Storchenpaar. Ab und zu wurde mal ein einzelner Storch gesichtet. Nur einmal wurde das Nest von Nilgänsen zur Brut genutzt.

Sollten die Bedenken von Fachleuten zutreffen??

Am 10.03.2009 berichtete die TA und am 17.03.2009 die TLZ über unseren Versuch.

Anfang März 2021 wurde festgestellt, dass unser Storchenturm nach 12 Jahren von einem Storchenpaar bezogen wurde.

Der Versuch zur Ansiedlung von Weißstörchen in unserer Region hat sich offensichtlich gelohnt. Zwischenzeitlich wurde von einigen Interessierten festgestellt, dass die Störche am Nest bauten und sich auch gepaart haben, was ein gutes Zeichen für ein Verbleib ist.

Auf jeden Fall wäre es eine Bereicherung für unsere Region.

Viele interessierte Einwohner haben sich Vorort von der Ankunft und das Geklapper von Adebar überzeugt.

In der Satzung des Heimatvereins ist im § 2.2. unter anderem „der Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt rund um die Teichanlage“ festgelegt.

Deshalb wird sich der Heimatverein auch bei der Betreuung der Weißstörche mit einbringen.

Nach der Abreise der Störche im Spätherbst in die Winterquartiere wird sich der Verein mit der Gemeinde an einer Überprüfung der Stabilität des Nestes beteiligen und gegebenenfalls eine Renovierung mit vornehmen.

In Abstimmung mit dem Kindergarten ist an eine Namensgebung für die zwei Störche gedacht. Vorschläge werden gerne angenommen.

Unsere Einwohner werden gebeten, die Aufforderung unseres Bürgermeisters, Frank Moenke, „trotz aller Eupherie die Störche an der Teichanlage nicht zu stören“ zu befolgen.

 

Werner Nowatzky

 

Bild zur Meldung: Ein Storchenpaar ist da ! Ein Bericht von Werner Nowatzky.